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Eberhard Brecht

Zerstörte Lebenswelten
Juden in Quedlinburg 1933–1945

Eberhard Brecht schildert das Leben und Leiden von Juden in der Kleinstadt Quedlinburg vor und während der NS-Diktatur. Glaube und Rituale wurden gelebt, ohne dass sich die Juden der Stadt in einer Parallelgesellschaft bewegten. Im Gegenteil: Gläubige wie zum Protestantismus konvertierte Juden trugen maßgeblich zum gesellschaftlichen Leben der Stadt bei. Diese Integration löste sich nach 1933 mit der antisemitischen Propaganda, den Nürnberger Gesetzen und anderen Einschränkungen von persönlicher Freiheit sowie den Ausschreitungen gegen Juden und ihre Geschäfte, insbesondere in der Pogromnacht 1938, auf.

Kirche St. Gangolf Trier

Kirche St. Gangolf Trier

Dr. Michael Pantenius
Rudolf Voigtländer

Ein Turm über dem Häusermeer

Eine Kirche, die frei auf einem Platz steht – das gab es kaum in mittelalterlichen Städten. Der Raum innerhalb der Mauern war äußerst knapp, die Bürgerhäuser duckten sich im Schatten hoher Kirchenmauern. Von diesen Gotteshäusern sieht man auf den ersten Blick nichts als die Türme. Das heute seltene Bild bietet St. Gangolf, die erste Pfarrkirche der Stadt, noch immer. Sie wurde zwar vom Erzbischof Heinrich I. 958 errichtet, aber dennoch stand sie stets in Opposition zum älteren Dom. 1507 kam es zum Eklat: Zwei Witwen (gelegentlich heißt es, nur die des Bürgermeisters) stifteten viel Geld, um den Westturm um weitere zwei Geschosse unter einem spitzen Helm „aufzurüsten“. Damit war er höher als der Dom! Der Erzbischof war gar nicht amüsiert. Doch er gewann – kraft ausreichender Kollekten – den Wettstreit mit den bürgerlichen Geistern. Vier Jahre später war die alte Ordnung wieder hergestellt. Vielleicht stimmt diese merkwürdige Erzählung.

Aus der bewegten Baugeschichte des Hauses hat sich viel Sehenswertes erhalten: Maßwerksfenster aus dem 13. Jahrhundert, eine Kreuzigungsgruppe (14. Jh.) und in den Seitenschiffen eine prächtige Rokokodecke …

Betreten kann man die Kirche über einen Portalbau von 1731 und den winzigen Friedhof. Wer nach oben schaut, sieht den Patron des Gotteshauses, den streitbaren Heiligen Gangolf. Wieso die Bürger diesen Heerführer aus Burgund wählten, scheint ein Geheimnis: Er wurde von einem Priester, der seine Frau verführt hatte, ermordet.

Adresse:

Kirche St. Gangolf

Hauptmarkt 9

54290 Trier

Tel.: 0651 170790

www.trier­info.de/



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Texte und Bilder entnommen aus:

Pantenius, Michael; Voigtländer, Rudolf: Trier, die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

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