Rheinland-Pfalz-Lese

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Birgit Neumann-Becker/Stephan Bickhardt/Antje Wilde/Wolfram Tschiche (Hg.)
Aufruf zum Miteinander
30 Jahre Friedliche Revolution 2019/20
Eine Diskussion mit Hans-Jochen Tschiche

Zum 90. Geburtstag von Hans-Jochen Tschiche

Der Sammelband vereinigt Texte von Hans-Jochen Tschiche zu unterschiedlichsten Themen, die sein politisches Denken widerspiegeln. Die Autorinnen und Autoren des Bandes begeben sich in den Diskurs damit und heben sie in die Gegenwart. So wird deutlich, dass Tschiche auch für die heutige Zeit Wichtiges beizutragen hat, dass die Auseinandersetzung mit seinem politischen Wirken und Denken nach wie vor befruchtend ist.

Unser Leseangebot
Turm Jerusalem Trier

Turm Jerusalem Trier

Dr. Michael Pantenius
Rudolf Voigtländer

Altes Sicherheitsbedürfnis

Leute, die sich zu nachtschlafender Zeit vor den Haustüren herumdrücken, gab es schon immer. Heute knutscht sich da in aller Regel nur der Kevin mit Chantale. Auch als diese Klientel noch Hans und Grete hieß, hat sich da niemand weiter dran gestört, und schon gar nicht seinen Hauseingang zehn, zwölf Meter hoch über der Gasse durchs massive Mauerwerk geführt. Die Begüterten, die so bauen ließen, hatten handfeste Gründe. Ums Jahr 1100 gab es in der Stadt ein Machtvakuum. Die Stadtmauer war in einem üblen Zustand. Teilweise stand sie nicht mehr. Solch mangelhafte Wehrhaftigkeit nutzt Diebs- und Raubgesindel. Heerhaufen schlichen sich heran. Also bauten sich die Reichsten massive Anwesen und in ihnen Wohntürme, ganz wie auf den Burgen überall im Umland. Neun dieser Wehrbauten sind nachgewiesen, aber nur drei haben die Zeiten überdauert.

Der Frankenturm, der Turm Jerusalem und das Dreikönigenhaus. Der Frankenturm des Franco von Senheim ist noch reinste Romanik, obwohl er römische Bauweise nachahmt, also dicke Kalksteinquader und zwischen ihnen Ziegelbänder, alles unter einem Zinnenkranz. Ähnlich gebaut ist der Turm Jerusalem, der einst den Domkanonikern als Zuflucht diente. Am schönsten aber ist das Dreikönigenhaus aus dem frühen 13. Jahrhundert. In ihm lebte eine Kaufmannsfamilie offenbar so gut und sicher wie ansonsten nur die Könige im Land. Deshalb ist es auch so schön verziert. Natürlich gibt es auch eine andere Erklärung. So oder so: Es ist die reinste Augenweide.

Adressen:

Turm Jerusalem

Domfreihof 1B

54290 Trier

Nutzung: u. a.Standesamt


Dreikönigenhaus

Simenonstraße 19

54290 Trier

nur von außen zu besichtigen,

Café im Inneren


Frankenturm

Dietrichstraße

54290 Trier

Besichtigung nur mit Führung

bzw. bei Veranstaltungen Vermittlung/ Buchung:

Tourist­ Information Trier

54290 Trier

Simeonstraße 55 (direkt an der Porta Nigra)

Tel.: 0651 978080

*****

Texte und Bilder entnommen aus:

Pantenius, Michael; Voigtländer, Rudolf: Trier, die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

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