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Eberhard Klöppel

Das Mansfelder Land 1974–1989
Bildband
Mit einem Text von Michael Birkner

Kaum ein Bildreporter hat so intensiv das Geschehen im Mansfelder Land beobachtet wie Eberhard Klöppel. Er begann schon früh zu fotografieren. In seinem Archiv gibt es Tausende Fotos vom Leben in seiner Heimat. Aber wichtigstes Thema waren für ihn Bergbau und Hütten – und vor allem die Menschen, die dort arbeiteten.

Klöppels Fotos zeigen nicht die vermeintliche Tristesse und Resignation, sondern vermitteln Leben. Nie agiert er als Regisseur, sondern konsequent als Beobachter, als Dokumentarist seiner Zeit. Er zeigt, wie es war in diesen Jahren im Mansfelder Land: Ob es der Umzug der Ausgezeichneten am 1. Mai ist, die Hochzeit mit Dreimannkapelle und den tanzenden Gästen, der von Frauen in Kittelschürzen umringte Kosmonaut Sigmund Jähn bei der Autogrammstunde, das Leben in der Mittelstraße in Helbra, das »Dreckschweinfest« der Grunddörfer zu Pfingsten oder auch der Wiesenmarkt in Eisleben.

Ratskeller Zur Steipe in Trier

Ratskeller Zur Steipe in Trier

Dr. Michael Pantenius
Rudolf Voigtländer

Rot-weißer Bürgerstolz

Man muss schon Trier’sch beherrschen, am besten hier geboren sein, um zu verstehen, was das Wort Steipe bedeutet. Auf Stützen kommt man nicht so leicht. Aber genau nach diesem mundartlichen Wort ist das wichtigste Haus am Markt benannt. Der um 1483 im Auftrag des Stadtrates vollendete turmartige Bau besitzt Arkaden, deren „Steipen“ tragen die Fassade und das riesige Steildach über den Zinnen noch dazu.

Die Steipe war und ist wohl immer noch das Symbol bürgerlicher Stadtherrlichkeit. Hier tagte der Rat, hier saß man zu Gericht, und hier hockte die Obrigkeit in ihrer Trinkstube und beriet, wie sie sich wider die Bischofsmacht behaupten konnte. Dazu sicherte sie sich die Unterstützung der vier Stadtpatrone Jakobus der Ältere, Helena, Petrus und Paulus. Deren Anblick stimmte den Bischof froh, aber auf die Geharnischten links und rechts des ersten Geschosses, wird er nachdenklich geschaut haben. Der linke Ritter blickt zwar in Richtung Bischofssitz, doch er steht da wie ein moderner Rausschmeißer. Motto: Wer hier ins Haus darf, bestimme ich. Und erst der rechte Ritter! Der steht zwar auch dem Dom zugewandt, aber er hat sein Visier heruntergelassen und außerdem trägt er ein Schwert. Die Hand am Knauf! Nach Unterwerfung schaut der gar nicht aus.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Steipe vollständig zerstört, zwischen 1968 und 1970 aber historisch getreu rekonstruiert. Zum Glück hatten sich die Befürworter eines modernen Baus nicht durchgesetzt. Heute würden sie womöglich siegen.

Adresse:

Ratskeller Zur Steipe

Hauptmarkt 14

54290 Trier

Tel.: 0651 75052

www.ratskeller­-trier.de


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Texte und Bilder entnommen aus:

Pantenius, Michael; Voigtländer, Rudolf: Trier, die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

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