Rheinland-Pfalz-Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
Rheinland-Pfalz-Lese
Unser Leseangebot

Maximilian Schochow

Zwischen Erziehung, Heilung und Zwang
Geschlossene Venerologische Einrichtungen in der SBZ/DDR
Studienreihe der Landesbeauftragten, hg. von der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Sonderband

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einer Reihe von Neuregelungen im Umgang mit krankheitsverdächtigen und geschlechtskranken Personen, die bis weit in die DDR wirkten. Die Selbstbestimmung betroffener Personen wurde eingeschränkt, die Rechte der Gesundheitsbehörden erweitert, und mit dem Fürsorgeheim für Geschlechtskranke wurde ein vollkommen neuer Typ einer totalen Institution in Deutschland eingeführt. Angelehnt an das sowjetische Modell der Prophylaktorien sollten zwangseingewiesene Personen in den Fürsorgeheimen isoliert, therapiert und durch Arbeit erzogen werden.

Die Umsetzung dieser Neuregelungen in der Praxis wird an den Beispielen des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Schloss Osterstein in Zwickau, des Fürsorgeheims für Geschlechtskranke Leipzig-Thonberg und der geschlossenen Venerologischen Station Leipzig-Thonberg gezeigt.

Balduinbrunnen Trier

Balduinbrunnen Trier

Dr. Michael Pantenius
Rudolf Voigtländer

Balduin von Luxemburg grüßt Trier

Die Trierer galten als kaisertreu. Sie standen brav Spalier, wenn der Imperator ihre Stadt besuchte. Irgendwie fuchste sie der Kotau vor dem Hohenzoller aber doch. Sei’s drum: Um 1890 hatten sich die Stadtväter dennoch entschlossen, Wilhelm II. ein Denkmal zu errichten. Alle Pläne lagen fix und fertig vor. Doch plötzlich besannen sie sich anders. Warum? Vielleicht dachten sie: warum dieser protestantische Preuße? Verdienste hat er bislang keine. Schon gar nicht um unser katholisches Trier. Und schließlich: Wir sind ja auch wer. Mit dieser Argumentation hatten sie die Bürger auf ihrer Seite. Beschluss: Wir bauen ein Denkmal für unseren Kurfürsten und Erzbischof, für Balduin von Luxemburg. Der lebte von 1307 bis 1354. Er hat unseren Kurstaat maßgeblich geschaffen, und überhaupt …

Die Bürger sammelten 25.000 Reichsmark für einen Denkmalbrunnen. Im Mai 1897 wurde er eingeweiht. Seitdem grüßt der weise und mächtige Mann von seinem erhabenen Platz. Der kann sich sehen lassen! Marmorne Brunnenschalen, Säulenpodeste, geschmückt mit Gedenktafeln, Wappen tragenden Engeln und Rittern. Alle Bronzen schuf der Münchner Freiherr Ferdinand von Miller, die Steinmetzarbeiten aber sind gute Trierer Handwerkskunst. Der Brunnen ist der schönste von gut 20 in der Stadt.

Übrigens: Wilhelm II. hat seine Herabsetzung nicht übel genommen und 1913 die zweite Moselbrücke der Stadt eingeweiht. Sie erhielt seinen Namen, aber das auf der Brücke für ihn geplante Denkmal wurde wieder nicht errichtet.


Adresse:

Alleenring/Ecke Christophstraße/ Balduinstraße

54290 Trier



*****

Texte und Bilder entnommen aus:

Pantenius, Michael; Voigtländer, Rudolf: Trier, die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Petrus- oder Marktbrunnen Trier
von Dr. Michael Pantenius, Rudolf Voigtländer
MEHR
Georgsbrunnen
von Dr. Michael Pantenius, Rudolf Voigtländer
MEHR
Handwerkerbrunnen Trier
von Dr. Michael Pantenius, Rudolf Voigtländer
MEHR
Heuschreck- Brunnen Trier
von Dr. Michael Pantenius, Rudolf Voigtländer
MEHR
Marktkreuz Trier
von Dr. Michael Pantenius, Rudolf Voigtländer
MEHR

Balduinbrunnen Trier

Alleenring/Ecke Christophstraße/ Balduinstraße
54290 Trier

Detailansicht / Route planen

Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen