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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Hugo Ball

Hugo Ball

Herbert Kihm

Einer der Gründer des Dadaismus

Als Dadaismus wird eine interdisziplinäre und kulturkritische Kunstströmung bezeichnet, die sich in den letzten Jahren des 1. Weltkrieges zwischen 1916 und 1917 in der Schweiz entwickelte und anschließend nach ganz Europa sowie in die Vereinigten Staaten ausbreitete.


Der Begriff „Dada“ gilt dabei als Symbol und programmatisches Schlagwort der Bewegung und entstand im Jahr 1916 im Züricher “Cabaret Voltaire“. Die Dadaisten lehnten die damaligen politischen, moralischen und ästhetischen Werte radikal ab und nutzten die Bewegung als eine Form des Protestes gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen und künstlerischen Konventionen.


Einer der Gründer der Dada-Bewegung und ein Pionier des Lautgedichts war der Pirmasenser Hugo Ball (*22. Februar 1886 in Pirmasens; † 14. September 1927 in Sant’Abbondio-Gentilino, Schweiz).


Hier zur Einstimmung ein Lautgedicht von Hugo Ball, dass vielleicht die Wesensart des Dadaismus besser verdeutlicht als eine Beschreibung dieser Kunstrichtung. Hugo Ball hat dieses Gedicht im Züricher Cabaret Voltaire, der Wiege des Dadaismus, 1916 vorgestellt:

Gadji beri bimba
gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori
gadjama gramma berida bimbala glandri galassassa laulitalomini
gadji beri bin blassa glassala laula lonni cadorsu sassala bim
gadjama tuffm i zimzalla binban gligla wowolimai bin beri
ban o katalominai rhinozerossola hopsamen laulitalomini hoooo
gadjama rhinozerossola hopsamen
bluku terullala blaulala loooo

zimzim urullala zimzim urullala zimzim zanzibar zimzalla zam
elifantolim brussala bulomen brussala bulomen tromtata
velo da bang band affalo purzamai affalo purzamai lengado tor
gadjama bimbalo glandridi glassala zingtata pimpalo ögrögöööö
viola laxato viola zimbrabim viola uli paluji malooo


tuffm im zimbrabim negramai bumbalo negramai bumbalo tuffm i zim
gadjama bimbala oo beri gadjama gaga di gadjama affalo pinx
gaga di bumbalo bumbalo gadjamen
gaga di bling blong
gaga blung.

Hugo Ball wurde in eine gutbürgerliche Familie, der Vater besaß eine Schuhfabrik, hineingeboren. Nach dem Besuch des Progymnasiums in Pirmasens und dem Abitur am Herzog-Wolfgang-Gymnasium in Zweibrücken studierte er zunächst in München, dann in Heidelberg, allerdings brach er das Studium ohne Abschluss ab.


Der weitere Lebensweg von Hugo Ball ist sehr verschlungen und gekennzeichnet von zahlreichen Versuchen in unterschiedlichen künstlerischen Bereichen.

So war er zeitweise in verschieden Funktionen an Theatern in Berlin, Plauen und München tätig, veröffentlichte Beiträge in Zeitungen, so unter anderem seine Eindrücke von dem Frontgeschehen im 1.Weltkrieg in Frankreich, in der Pirmasenser Zeitung. Diese Eindrücke weckten sein Interesse am Anarchismus und an der Lektüre der Schriften von Michail Alexandrowitsch Bakunin und Fürst Pjotr Alexejewitsch Kropotkin.

Im Mai 1915 emigrierte Ball gemeinsam mit Emmy Hennings in die Schweiz, wo er 1916 in Zürich mit Emmy Hennings, Hans Arp, Tristan Tzara und Marcel Janco in Zürich das Cabaret Voltaire gründete. Hier trug er auch jenes Lautgedicht vor (Gadji beri bimba), das als „Wiege des Dadaismus“ bezeichnet wurde.


1920 zog Ball mit seiner Frau in das Dorf Agnuzzo unterhalb von Montagnola im Tessin, wo sich in der Folge eine enge Freundschaft mit Hermann Hesse entwickelte. In dieser Zeit wandte sich Ball wieder sehr stark dem Katholismus zu.

Hugo Ball starb 1927 und wurde auf dem Friedhof von Gentilino, heute ein Teil der Gemeinde Collina d’Oro im Bezirk Lugano, begraben. Hier ruhen auch seine Frau und Hermann Hesse.


Seine Geburtsstadt Pirmasens vergibt seit 1990 den Hugo-Ball-Preis und im Forum Alte Post erinnert eine Dauerausstellung an Leben und Werk Hugo Balls. Das Hugo-Ball-Gymnasium in Pirmasens trägt seit 1960 seinen Namen.

 

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Bildquellen:

Vorschaubild: Hugo Ball, 1916, Urheber: unbekannt via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Grab von Hugo Ball und Emmy Ball-Hennings, 2007, Urheber: Ansgar Walk via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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