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Tanja Langer
Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung
Roman

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Römerbrücke Trier

Römerbrücke Trier

Dr. Michael Pantenius
Rudolf Voigtländer

Standfest im Strom

Die etwa im Jahr 144 n. Chr. erbaute Römerbrücke über die Mosel soll die älteste in Deutschland sein. Sie gilt als die älteste nördlich der Alpen. Da protestieren die Franzosen! Ihr Pont Ambroix über das Flüsschen Vidonrie bei Languedoc-Roussilon stammt zwar aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Aber: Von ihm steht nur noch ein attraktiver Bogen auf zwei Pfeilern. Über Triers erste Brücke aber rollt noch heute – also seit rund 1.900 Jahren! – der Verkehr. Und wie!

Das hohe Alter ist ein Wunder, denn an Feinden hat es der Felix Augusta, der glücklichen Stadt des Kaisers Augustus, der Urbs „Augusta Treverorum“, so wenig gefehlt wie an reißenden Hochwassern, an Stürmen und Granaten. Viele Gewalten haben sich bemüht, die Brücke zu zerstören. Oberflächlich ist ihnen das hin und wieder auch gelungen. Aber die Römer haben ihre Pfeiler mit mächtigen Basaltquadern im Strom so gut gegründet, dass das Bauwerk alles überlebt hat. Wie das? Forschungen haben bewiesen: In unmittelbarer Nähe der Brücke hatten die Römer schon um das Jahr 17 v. Chr. einen hölzernen Übergang über die Mosel geschlagen. Er diente offenbar als Arbeitsbühne für die Steinbrücke. Das Alter der gefundenen Eichenstempel kann dank dendrologischer Analysen so genau datiert werden. Damit ist auch bewiesen, dass Trier als feste Siedlung schon um diese Zeit bestanden hat, denn für die Legionäre des römischen Militärlagers auf dem nahen Petrisberg hätte die nahe Furt gereicht. Die Römer bauten aber eine grundsolide Brücke! Damit auf ihr Wagen, beladen mit Handelsgütern, nach Norden rollen konnten. Und in die Stadt kamen die Produkte aus der nahen Eifel.

Im Laufe der Jahrhunderte hat das Bauwerk zwar Veränderung erfahren, der Gesamteindruck jedoch blieb unverfälscht. Auf den Pfeilern ruhte zunächst nur eine flache, hölzerne Fahrbahn, die schönen Bogen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Damals wurden auch zwei der ursprünglich neun Pfeiler abgerissen, denn die Brücke musste in die Stadtmauer einbezogen werden. Ihrer Schönheit hat das nicht geschadet.

Und die Feinde? 1689, unter Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, der eine Zeit lang Herr auch über Trier war, wurden die Fahrbahnen so stark zerstört, dass sie praktisch unpassierbar waren. Die Trierer – es gab nur noch 2.600 Einwohner in der Stadt – behalfen sich mit Fähren, die Furt kam auch zu neuen Ehren. Erst 1716 rollte der Verkehr wieder. Doch 1945 wäre es beinahe zur Katastrophe gekommen. Deutsche Pioniereinheiten hatten die gesamte Brücke zur Sprengung vorbereitet. Wie diese Untat verhindert werden konnte, ist noch immer ein Thema in der Stadt. Ein Dutzend Männer will – jeweils als Einzelkämpfer! – am 2. März 1945 die amerikanischen Vorauskommandos auf die Sprengkästen aufmerksam gemacht haben.

Die Römerbrücke gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das ist für Touristen von Interesse. Die Trierer sehen mehr den praktischen Nutzen. Und der bestand über Jahrhunderte auch in einer recht profanen Tätigkeit. Aufs Wasser gucken und – Angeln.


Adresse:

Römerbrücke

UNESCO Weltkultur­erbe

St.­Barbara­Ufer/Aachener Straße

54294 Trier

www.welterbe­trier.de


*****

Texte und Bilder entnommen aus:

Pantenius, Michael; Voigtländer, Rudolf: Trier, die 99 besonderen Seiten der Stadt, Halle: Mitteldeutscher Verlag, 2016.

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54294 Trier

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